Tactile Topographies: A Journey of Grounding
2026
Landschaftsintervention / Retreat

Areal ° 16000 m²

LAGE °
Awaji, Präfektur Hyōgo, Japan
34°32‘55.3“N 134°58‘31.5“E 
Workshop, Japan °
Patrick Pregesbauer, Dipl. Arch. ETH
Kazuhiro Yajima, Dr. Arch. MEng. 

Entworfen als Refugium für geistiges und körperliches Wohlbefinden, entfaltet sich diese landschaftsarchitektonische Intervention auf einem 16.000 m² großen Areal und bietet einen Raum für tiefgreifende Regeneration. Als choreografierte, taktile Reise der „Erdung“ ermöglicht sie es, auf ursprüngliche Weise wieder mit den rauen Elementen von Awajis Natur in Kontakt zu treten.
Die Architektur führt durch eine erholsame, sinnliche Raumabfolge: von offenen Feuerstellen im wilden Gras, hinab auf beruhigende Erdpfade, hinaus auf schwebende Plattformen im Blätterdach und schließlich in einen warmen, gemeinschaftlichen Pavillon aus Stampflehm. 
Dabei entfaltet jedes Material – von den traditionellen Kawara-Ziegeln bis hin zu einem kühlenden Vorhang aus gesammeltem Regenwasser – eine geradezu therapeutische Wirkung. Im fließenden Übergang zur benachbarten Ranch lädt das weite Gelände dazu ein, es mit allen Sinnen zu erleben – zu Fuß oder auf dem Rücken eines Pferdes.
Die Weite
Das höchste Plateau
Freiheit, unstrukturierte Bewegung, Erdung
Es gibt keine festen Wege. 
Die Besucher navigieren durch hohes Miscanthus-Gras und entdecken in Kies gebettete offene Feuerstellen. Man muss seinen eigenen Weg finden. Dieser Raum ist der Entschleunigung gewidmet, dem bewussten Aufnehmen der Landschaft und dem Ankommen am Ort. 
Die Kompression
 
Der Abstieg zum unteren Pfad
Stille, Kühle, Isolation
Ein schmaler, einen Meter breiter Einschnitt gräbt sich tief in das Gelände. Durch dichten Zwergbambus steigen die Besucher in diesen Spalt hinab. Hohe, rohe Erdwände rahmen den Durchgang, schirmen das Außen ab und lenken den Blick ganz natürlich nach innen. Ein intensiver, räumlicher Moment des Übergangs.
Die Schwebe
Der steile, dicht bewaldete Südosthang
Kontemplation, Naturverbundenheit, Fragilität
Ein mit Kawara-Ziegeln gepflasterter Pfad folgt sanft den Höhenlinien und fungiert als schützendes Rückgrat am Hang. Von ihm zweigen einzelne schmale Stege ab, die tief in die schwebende Leere und das dichte Blätterdach vorstoßen. Geschützt von einer dreibeinigen Stahlstruktur, über die ein filigranes Netz aus Ziegeln gespannt ist, taucht man allein in das Laub ein. 
Die Gemeinschaft

Das mittlere Plateau 
Wärme, Geborgenheit, fließende Begegnungen, Gemeinschaft
Nach der introspektiven Reise öffnet sich der Raum für die Gemeinschaft – in Form eines halboffenen Pavillons aus massivem Stampflehm. Regenwasser fällt hier bewusst direkt von der steilen Dachkante. Es bildet einen atmosphärischen Wasservorhang, der die Brise durch Verdunstung kühlt, während die hygroskopischen Lehmwände auf natürliche Weise die hohe Luftfeuchtigkeit regulieren. Das Wasser sammelt sich in einer breiten, bodengleichen Rinne, die ganz selbstverständlich auch den Pferden als Tränke dient.
Das Projekt nutzt traditionelle lokale Elemente in ihrer elementarsten, archaischen Form. Die Erde wird eingeschnitten und zu massiven Wänden verdichtet. Lokal gebrannte Kawara-Ziegel werden in den Boden eingelassen oder zu flexiblen Strukturen verwebt. Feuer, Wind und Regenwasser werden zu aktiven architektonischen Bausteinen. 
Daraus formt sich ein inklusiver, taktiler und resilienter Raum für alle Generationen.